Masterprojekt h_da: Ergebnispräsentation Smarthome Unboxing

Masterprojekt h_da: Ergebnispräsentation Smarthome Unboxing
Testumfang: 1. Auspacken und Aufbauen der Hardware;  2. Registrieren und Aktivieren über das Qivicon Webportal; 3. Steuern und Konfigurieren der Geräte über die Smartphone App

Zum Abschluss des spannenden Projekts in der Zusammenarbeit Telekom mit der h_da erfolgte heute nun von den insgesamt 17 Studenten die Präsentation der Ergebnisse aus dem UX-Test und die Vorstellung der Optimierungsempfehlungen vor den Kollegen von Qivicon, Smarthome und User Experience bei der Telekom in Darmstadt.

Rückblick: Die körper- und objektbezogene Steuerung über internetfähige Endgeräte, wie z. B. das Haus über das Smartphone, findet eine stetig größer werdende Anwendung im Alltag. Die Möglichkeiten

zur körper- und objektbezogene Steuerung werden durch die Vielfalt der internetfähigen Endgeräte vorangetrieben, beispielsweise durch internetfähige Uhren. Das klingt nach komplexen Nutzungskontexten, vielfältigen Interaktionsparadigmen – somit ein leckeres Törtchen für mich… .

Was aber sagen die Konsumenten dazu? Wie verstehen sie das alles? In diesem Projekt haben die Studenten die Aufgabe von mir bekommen, zu analysieren, wie Probanden mit dem Thema “intelligente Haussteuerung” umgehen. Das wurde an dem Produkt Smarthome Starterpaket der Telekom getestet.

I. Untersuchungsgegenstand und Aufgabenstellungen

Untersuchungsgegenstand war das Smarthome Starterpaket der Telekom, das mittels Usability-Test im Labor bei der Telekom in Darmstadt getestet wurde. Die Aufgabe für die Studenten war herauszufinden, inwieweit die 10 Probanden das Smarthome Paket auspacken, installieren und steuern können. Darüber hinaus, wie sie mit dem mediumübergreifenden Installations– und Steuerungsprozess zurechtkommen – alleine und ohne Unterstützung des Interviewers während des Tests.

1. Verpackung und Hardware des Pakets:

Untersuchungsgegenstände waren Smarthome Verpackung, Qivicon Verpackung, Qivicon Homebase, Geräteverpackungen, Geräte (bei diesem Test Zwischenstecker, Rauchmelder, Heizungsthermostat).

Dabei wurden die Fragestellungen beantwortet, z. B.

… wie packen die Probanden das Smarthome Paket aus?

… in welcher Reihenfolge entnehmen die Probanden den Inhalt?

… was heißt das für den weiteren Verlauf der Installation und Prozess?

2. Bedienungsanleitungen:

Untersuchungsgegenstände waren Smarthome Schnellstartanleitung, Qivicon Schnellstartanleitung und die einzelnen Geräteanleitungen.

Die Bedienungsanleitungen wurden dabei detailliert untersucht, z. B.

… welche Anleitung wird bei welchem Problem von den Probanden verwendet?

… welche Auswirkung hat die Verwendung einer oder mehrere Anleitungen auf den Prozess?

… kann das Paket auch ohne Anleitung von den Probanden aufgebaut werden?

3. Qivicon Portal:

Untersuchungsgegenstände waren Erstellung Benutzerkonto, Registrierung Homebase, Installation der App auf Qivicon und das Pairing der Geräte.

Analysiert wurden dabei z. B. folgende Aspekte,

… wie komfortabel sind der Anmeldungsprozess?

… welche Schwierigkeiten gibt es bei dem Pairing der Geräte?

… wird der Übergang vom Webportal zum Smartphone verstanden?

4. Smarthome App:

Untersuchungsgegenstände waren Suche der App im Store, Download der App, Benutzung der App, Steuerung einer extra für den Test zur Verfügung gestellten Tischlampe und weiterer Geräte über die App.

Hierbei ging es z. B. um die Fragen,

… wie intuitiv bedienbar ist die App für die Probanden?

… wie werden die Steuerungsprozesse und Ansichten der App verstanden?

… wie verstehen die Probanden die Möglichkeiten der App?

II. Ergebnisse des Tests

Da es eine Telekom interne Untersuchung war, können hier nur einige wenige Ergebnisse genannt werden. Diese Ergebnisse lassen sich aber generell aus dem Thema der körper- und raumbezogene Steuerung als wichtige Kernaussagen ableiten, um eine gute User Experience zu gestalten.

1. Auspacken:

… jeder Proband hat seinen eigenen individuellen Weg, das Smarthome Paket auszupacken und die Installation vorzunehmen (Viele Wege führen nach Rom). Manche bauen zuerst die Homebase auf, manche zuerst die Geräte und ein Proband hat sogar zuerst die App auf das Smartphone geladen.

… das Öffnen der Verpackung und das Auspacken der Geräte muss schnell gehen.

2. Bedienungsanleitungen:

… nur Wenige lesen die Bedienungsanleitung: einfach auspacken und selber ausprobieren ist in den Menschen drin. Dementsprechend hoch auch die Erwartungen an die Systeme. Gelesen wird meistens nur, wenn es Probleme gibt.

… durch das Nichtlesen der Bedienungsanleitung kam es im Laufe des Prozesses zu Folgefehlern. Dann wurden auch die Anleitungen gelesen. Selbst bei einem schweren Fehler, der fast zum Abbruch des Tests führte, hatte der Proband die Anleitung nur überflogen und nicht wirklich gelesen.

… sind Bedienungsanleitungen überhaupt noch notwendig?

3. Qivicon:

… es soll immer alles schnell gehen, von der Registrierung bis zur Steuerung. Ein kleiner zeitlicher Verzug löst bei manchen Probanden unmittelbar Unsicherheit aus. Ein eindeutiges und sichtbares Systemfeedback sowohl von der Homebase als auch dem Gerät auf der Website ist sehr wichtig.

… es war nicht immer nachvollziehbar, was das System macht und ob es überhaupt noch was macht. Hier wünschen sich die Probanden besonders beim Pairing Prozess mehr Transparenz, um Sicherheit zu bekommen (Maschine zu Maschine Kommunikation, M2M).

4. Smarthome App:

… es gibt Unterschiede zwischen a) eine App intuitiv verwenden können und b) die Funktionen, Einstellungen und Aufgaben der App zu verstehen. Viele Probanden fanden die Smarthome App intuitiv zu bedienen, haben aber überhaupt nicht für sich nachvollziehen können, was z. B. Szenarien sind und wie ein Tagesverlauf eingestellt werden kann. Somit konnte das Potential dieser App nicht erschlossen werden.

… auch eine App braucht eine Einführung oder kontextsensitive Hilfe. Je komplizierter und vielseitiger die Möglichkeiten einer App sind, desto mehr Einführung verlangen die Probanden. Insbesondere bei einer Erstnutzung hatten sich die Probanden mehr Unterstützung gewünscht.

5. Der Prozess:

… geflucht und gemeckert haben einige Probanden während des Prozesses. Aber im Nachhinein war es dann doch nicht so schlimm und sie haben sogar den Prozess als gut bewertet. Insbesondere wenn dann das Schreibtischlicht über das Smartphone angeknipst werden konnte. Ein pures Erfolgserlebnis, das die Leiden der Minuten davor vergessen ließ.

… es ist für einige Probanden schwer nachzuvollziehen, wann welches Medium verwendet werden muss und wann man was zu machen hat. Der mehrfache Medienbruch im Prozess sorgt für viele kleine Begebenheiten, die Unsicherheit und das Gefühl von Intransparenz auslösen. Eine gute Führung durch den gesamten Prozess ist hierbei dringend gewünscht und das, je älter die Probanden waren.

III. Fazit

Ein sehr spannendes Projekt für Studenten ist somit zu Ende. Sie konnten in der Anwendung und live erleben, wie potentielle Kunden mit einem Produkt umgehen und z. B. wie sie Bedienungsanleitungen lesen oder Online-Prozesse verstehen. Dabei war es mit Sicherheit nicht nur interessant, einen Test im Labor selber zu gestalten und durchzuführen, sondern auch einen Einblick in die Denkweisen von Kunden zu bekommen. Nicht zuletzt haben auch die Diskussion in der Gruppe und mit dem Produktteams zu neuen Ansichten geführt, wie komplex das Thema intelligente Heimautomation noch für Anwender ist und wo die Knackpunkte liegen.

IV. Für meine Kollegen

Es muss einen Ort geben, an dem junge Menschen das, was sie im Studium gelernt haben, aktiv anwenden und sich dadurch erfahren können. Die Wirtschaft bietet hier noch immer die besten Voraussetzungen. Ich bedanke mich deswegen herzlich bei meinen Kollegen von Smarthome für die Möglichkeit diesen Test durchzuführen und für die Unterstützung während der Testings durch die zur Verfügung gestellte Hardware und das Smartphone. Auch meine Kollegen von Qivicon ein herzliches Dankeschön für die Teilnahme und Rückmeldung während der Präsentation. Es ist mir eine Herzensangelegenheit die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Telekom zu diesem Thema zu fördern und voranzutreiben. Deswegen hoffe ich, noch viele weitere Projekte in dieser Art gestalten und anbieten zu können.

Diskussion

V. Für meine Studenten

Liebe Studenten, ich bedanke mich bei Ihnen für die gute Teamarbeit und das Engagement, bis zum Schluss dabei zu sein. Allein die Tatsache, Freitags Abends bis weit nach Schluss noch zu diskutieren, zwei extra Termine einzufordern, um die Ergebnisse zu besprechen und für die Präsentation zu üben, hat gezeigt, wie motiviert und interessiert Sie dabei waren.  Genau so soll ein Projekt mit Studenten auch sein: das Thema soll begeistern und faszinieren, zur Diskussion und zum Experimentieren anregen. Ihr Feedback zur Ausgestaltung der Lerneinheiten und Verteilung der Aufgaben, werde ich mit aufnehmen für weitere Projekte. Ich wünsche Ihnen, liebe Studenten, alles Gute und viel Erfolg für Ihren weiteren Weg. Mir hat das Projekt mit Ihnen sehr viel Spaß gemacht. Vielleicht sehen wir uns in einem weiteren Projekt wieder. 🙂

Alle zusammen

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