Form follows function follows behaviour – oder User Experience gestalten

Ein Punkt, der mir oftmals in der Produktentwicklung begegnet ist, dass schon sehr früh in die Ausgestaltung und Diskussion des Visual Designs im Detail eingestiegen wird - obwohl die Nutzungsszenarien noch nicht sauber definiert worden sind. Die Nutzungsszenarien können nur dann gestaltet werden, wenn vorab die Nutzungsmotivationen und Situationen analysiert worden sind, wann Nutzer ein Produkt benutzen. Die Fragestellung zur Gestaltung der UX muss also von Hinten nach Vorne erfolgen:

  • Demnach wird zuerst die Nutzungsmotivation aufgedeckt, das Warum und Wieso, und in Nutzungsszenarien formuliert.
  • Dadurch werden die Funktionen und auch Use Cases deutlich, das Wodurch und Womit.
  • Auf Basis dessen können dann die Anforderungen an das Visual Design – der Form – zielgerecht umgesetzt werden, das Wie.

Natürlich ist es möglich und oft in der Praxis zu sehen, dass der Prozess hin zum perfekten Visual Design iterativ erfolgt, da bis zu einem gewissen Punkt neue Anforderungen zur Umsetzung angetragen werden. Die Umsetzung des Visual Designs kann dabei auch in mehreren Stufen erfolgen: Moods, Wireframes und Mockups.

Bei der Analyse der Nutzungsszenarien erweist es sich als Hilfreich, Charaktere zu definieren: Personas. Sie verdeutlichen potentielle Nutzer mit bestimmten Eigenschaften und Motivationen. Sie helfen innerhalb der Produktentwicklung ein Produkt dahingehend zu optimieren und zu gestalten, dass die Use Cases nicht nur zweckmäßig funktionieren, sondern dass die Zielgruppen das Produkt auch verstehen und gern nutzen.

Es reicht also insbesondere bei komplexen Web-Produkten nicht mehr aus, nur nach form follows function zu entwickeln, sondern es muss weiter gedacht werden bzw. einen Schritt vor der Definition der Funktionen und Use Cases angesetzt werden: Verhalten und Motivation der Nutzer verstehen. Dafür bieten sich verschiedene Evaluationsmethoden an, wie einen UX-Test im Labor oder  auch kreative Nutzerworkshops.

Folgend eine schematische Darstellung, die den Prozess zur Gestaltung der User Experience im Rahmen der Produktentwicklung aufzeigt:

Dabei stehen an erster Stelle im Prozess die Nutzerbedürfnisse gleichbedeutend mit den Unternehmenszielen.

Unternehmensziele können dabei vielfältig motiviert sein und sich unterschiedlich in einem Produkt ausdrücken. Art und Intensivität der Werbeformate ist nur ein Punkt als Beispiel.

Erst als letzte Ebene erfolgt die detaillierte Ausgestaltung des Designs.  Meist liegt schon ein Corporate Design vor, das als letzte Instanz über das Interface gestülpt wird.

Ein weiterer Vorteil dieser Herangehensweise ist: Durch diese Reihenfolge erspart man sich auch viele Diskussionen und damit Zeit.

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