Studienprojekt: Evaluierung und Verbesserung der Musiksuche

Die Möglichkeit Musik im Web anzuhören und Musikvideos anzusehen, ist inzwischen nicht nur durch Youtube beliebt. Für viele User ist das (legale und auch illegale) Herunterladen von Musik aus dem Internet inzwischen in Leib und Seele übergegangen.

Um das Nutzerverhalten in Musikportalen zu untersuchen, initiierte ich wieder in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dirk Lewandowski, HAW Fachbereich Information, ein Semesterprojekt. Diesmal zum Thema Evaluierung und Verbesserung der Musiksuche.

Am Freitag war es dann endlich soweit! Zwölf Studenten der HAW mit ihrem Dozenten sind zu mir nach Darmstadt in die T-Online-Alle angereist, um in einer vier Stunden dauernden Abschlusspräsentation die Ergebnisse zum Studienprojekt vorzutragen und sich unseren Fragen zu stellen.

Studiendetails

Thema:

Evaluierung und Verbesserung der Musiksuche

Untersuchungsdesign und Methoden:

Es handelt sich um eine Multimethodenstudie, deren Basis eine qualitative Untersuchung ist und um quantitative Untersuchungen ergänzt wurde.

    1. Im Labor wurden 55 Probanten (28w, 27m) unterschiedlicher Altersgruppe und unterschiedlichem Erfahrungsstand untersucht mittels:
  • Usability-Test im Labor
  • Think aloud
  • Interview
  • Bewertung mittels System Usability Scale (SUS)
  • Eye-Tracking mittels der Software TOBII
    2. Davon haben 11 Probanden zusätzlich noch einen funktionalen Prototyp von Musicload getestet.
    3. Ergänzend wurde eine Logfile-Analyse der Suchanfragen sowohl von der Websuche der suchen.t-online.de als auch von Musicload durchgeführt.
    4. Zudem erfolgte eine Relevanzbewertung mittels Relevance Assesment Tool. Dies ist eine vollständig webbasierte Anwendung zur Durchführung von Retrievaltests, welche am Department Information der HAW entwickelt wurde.
    5. Feature Analyse von Konkurrenzprodukten aus dem Bereichen Musikportale und Musikanbieter im WWW runden die Evaluation ab

Untersuchungsgegenstand:

Ziele:

  • Identifizierung der Stärken und Schwächen der Usability und User Experience in Musiksuchen.
  • Identifizierung grundlegender Interaktions- und Verhaltensmuster der Nutzer in Musikportalen und bei der Suche nach Musik.
  • Vergleich der getesteten Mitbewerber untereinander.
  • Konzepttest des Prototypen.

Fazit:

Die Studie gibt tiefere Einblicke in das Nutzerverhalten, innerhalb von Musiksuchen. Hier konnten Muster aufgedeckt werden, die nun in die Produktentwicklung einfließen. Folgend einige Aussagen:

  • Es ist immer wieder interessant bestätigt zu bekommen, dass Kategorien, die innerhalb der SERP auf der rechten Seite platziert werden, kaum Beachtung finden.
  • Detailseiten eines Albums mit langen Listen der Songs überfordern oftmals den Nutzer, da die Liste zu „überfüllt“ wirkt. Diese Listen werden auch bei konkreter Aufgabe überflogen bzw. nur die ersten Titel betrachtet. Eine übersichtlichere Darstellung der Songs wird gewünscht.
  • Die Funktion Vorhören ist bei allen Probanden als wichtig eingestuft worden und bereitet ihnen Spaß.
  • Search Suggestions werden wahrgenommen und auch gern verwendet. Problem hierbei ist, dass sie teilweise nicht wirklich relevant oder vollständig sind.
  • Auch immer wieder gut zu erfahren ist, die Wichtigkeit einer guten Aufbereitung der Suchlogs. Über die Suchlogs wird letztlich ersichtlich, nach was die Nutzer suchen und wofür sie sich letztlich interessieren. Suchen die Nutzer eher nach Album, Interpret oder geben sie beides in die Suche ein.

Gesamtaussage ist, es gibt noch viel Raum für Optimierungen sowohl bei der Suchlog-Auswertung , als auch in Bereichen der User Experience. Auch bei amazon und itunes konnten Punkte aufgedeckt werden, die noch optimiert werden könnten!

Danksagung:

Ich bedanke mich, auch im Namen der DTAG und Musicload, für die gute Zusammenarbeit und wünsche den beteiligten Studenten alles, alles Gute für ihr Studium und ihren beruflichen Weg. Mein Dank geht auch an Prof. Dr. Dirk Lewandowski, der wieder ein engagiertes Team ausgewählt hatte.

Ein Kommentar zu Studienprojekt: Evaluierung und Verbesserung der Musiksuche

  1. Leider habe ich vergessen ein Foto zu machen. Kann aber gern von euch nach gereicht werden 😉

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