In Zeiten wie diesen …

Die Produktentwicklung ist in Zeiten wie diesen generell schwierig. Das weitmaschige Netz der Wirtschaftskrise hat schon seit längerem auch die Suchen eingefangen. Werbetreibende buchen weniger Anzeigen ein und/oder mit geringerem Budget. Auch dieser Folgeeffekt der Wirtschaftskrise ist an den Interfaces zu erkennen. Für den Nutzer werden kleinere Änderungen oder neue Details im Interface prinzipiell kaum bewusst wahrgenommen. Für Beobachter und Kenner des Marktes sind sie dennoch auf einem Blick sichtbar.

Mit fallendem CPC steigt die Kreativität der Sucheanbieter zumindest die Klicks auf die Sponsored Links zu erhöhen, um die Umsatzeinbußen etwas aufzufangen. Generell davon zu unterscheiden ist, wie die einzelnen Strategien der Suchen sind. Anbieter mit eigenem Such-Index zeigen oftmals weniger Sponsored Links an, oder an anderer Position auf der Ergebnisseite, als deren Partner.

Als beliebte Maßnahme beispielsweise zu sehen ist, dass leistungsstarke Partner der unabhängigen Suchen bis zu sechs Sponsored Links oberhalb der generischen Ergebnisse anzeigen, anstatt bisher 5 oder weniger. Auch die Gesamtanzahl der ausgelieferten Ads auf der Suchergebnisseite ist gestiegen. Langsam wird die Schmerzgrenze der Nutzer austaxiert.

Die Position innerhalb der Ergebnisseite ist  bei Werbetreibende außerordentlich begehrt, weil dort die größte Aufmerksamkeit der User liegt (Golden Triangle). Als Folgeeffekt werden die zuerst angezeigten Suchergebnisse am meisten geklickt, unabhängig davon, ob es Sponsored Links oder generische Ergebnisse sind. Am extremsten verfolgt dies schon seit Längerem ask.de mit bis zu 10 Sponsored Links, die zusätzlich farblich hinterlegt sind!

Der erhoffte Effekt für Unternehmen ist, dass durch die gestiegene Anzahl der Klicks auf die Sponsored Links die Umsatzeinbußen etwas aufgefangen werden können. Als kurzfristige Lösung für das Produkt durchaus akzeptabel. Wie jedes Produkt, hat auch die Suche Zielen und Umsatzerwartungen gerecht zu werden.

Insbesondere die Portale, die den Google-Index verwenden zeigen beschriebenes Verhalten auf. Ein „stilles“ Statement seiner aktuellen wirtschaftlichen Situation seitens Google. Auch der Riese ist betroffen, hat Druck und reagiert. Die Partner bekommen diesen Druck weiter gereicht. Wir werden sehen ob und wie sich die Anzahl der Sponsored Links mit steigendem CPC verändern wird.

Aber bei allen Umsatzaspekten darf nicht vergessen werden,  wie sich diese Maßnahme kurz- und langfristig auf die Kundenbindung auswirkt. Werden Nutzer durch zu viele Sponsored Links abgeschreckt, weil sie ein tendenziell negatives Nutzungserlebnis haben?

Ich, als Suche-Nutzer, finde es nicht so gut.  Das verleitet mich dazu, Suchmaschinen, die zu viele Sponsored Links anzeigen, weniger zu benutzen. Natürlich ist das auch abhängig von dem, was ich suche. Allein das Testen von Suchmaschinen die mit Werbung überfüllt sind, z. B. ask.com, macht weniger Spaß. Viele Sparmaßnahmen innerhalb eines Unternehmens wirken sich auch auf das Interface eines Produktes aus, z. B. durch „holprige“ Usability oder Werbung in der Suche. Warum soll mein Verhalten anders sein, als das der anderen Nutzer draußen in Deutschland? Die Frage kann ich für mich schnell beantworten, da ich die internen Nutzungsstatistiken und Kennzahlen kenne.

Wie ist das bei euch?

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