Suchen – Alles im Flow

Suchen, oder doch lieber Browsen? Welche Funktion wird von Usern generell am meisten verwendet? Gibt es Tendenzen und Vorlieben im Verhalten der User? Kann daraus eine übergreifende Aussage gezogen werden, die zumindest für ein Portal gilt? Fragen, die in der Praxis oftmals sehr leidenschaftlich zwischen den Produktmanagern diskutiert werden.

Kurz zum Hintergrund: Auf der Startseite eines Portals ist der Platz für Informationen, Werbung und Services sehr begrenzt. Elemente und Inhalte werden u. a. nach Beliebtheit bei den Nutzern und nach internen Business-Regeln positioniert. Der Platz im sichtbaren Bereich, also oberhalb des Pagefolds, ist sehr stark umstritten.
Insbesondere der Erfolgsdruck, die an einen Service oder Produkt gestellten Auflagen zu erfüllen, kann die Aussteuerung der Startseite beeinflussen.
Somit kommt der Gedanke auf, dass bei einer guten Navigation und Benennung der Elemente einer Webseite, keine Suche mehr benötigt wird. Somit auch Platz z.B. für einen Werbebanner, mit dem Geld verdient wird, geschaffen werden kann.

Es gibt jedoch keinen plausiblen Grund, der für das Entfernen einer Suche in einem Portal spricht.

Viel wichtiger hierbei ist, was hält den User eines Portals eigentlich im „Fluss“ bzw. „Flow“ der Benutzung eines Portals?
Soll heißen, ohne große Überlegungen oder große Umwege, zwischen Unterforderung und Überforderung, einfach und schnell an die richtigen Informationen zu gelangen. Dabei stets ein positives Nutzungserlebnis zu bekommen.
Sehr viele Ausprägungen des Informationsbedürfnisses sollen unterstützt werden, z. B. die Motivation von punktgenau informiert werden, durch ein Angebot des Portals ziellos stöbern zu können, von unbewusst ablenken lassen über sich durch das Angebot führen und inspirieren lassen.

Aus Nutzersicht ist eine Suche ist immer ein alternativer und sehr wichtiger Einstieg z. B. in die Inhalte eines Portals. Sie hilft insbesondere Nutzern, die ihre Interessen nicht den vorgegebenen Navigationspunkten zuordnen können. Das mentale Modell der Navigation und der Kategorisierung der Inhalte greifen bei diesem User nicht. Aber auch für User, die sich nicht immer durch die Navigation durchklicken, oder auch etwas Bestimmtes wieder finden möchten, verwenden gern die Suche. Fakt ist, sobald eine Sucheingabe positioniert ist, wird sie auch fleißig benutzt!

Aus Unternehmenssicht ist die Suche nicht nur ein Traffic-Rückführer in u. a. für Nutzer sehr versteckt liegenden interessante Portal- oder Produktseiten, sondern auch ein Traffic–Generator und damit eine Verdienstquelle.

Eine Suche sollte deshalb niemals eine entweder/oder Entscheidung sein, sondern eine sowohl/als auch! Angereichert mit Funktionen wie relevante Suchbegriffe, Kategorien oder zum Suchbegriff passende beliebte Begriffe etc. helfen dem User dabei im Angebot des Portals zu bleiben.

Das Bedürfnis eine Suche zu verwenden entsteht in den meisten Fällen unmittelbar; geplante Suchen mit detaillierter durchdachter Taktik geschehen in den wenigsten Fällen. Oftmals wird auch der Prozess von Usern etwas über eine Navigation im Portal zu finden als „suchen“ bezeichnet. Hier müssen aber die beiden Tätigkeiten unterschieden werden. Die Nutzer wechseln zwischen Browsen und Suchen, verwenden hierzu durchaus unterbewusst auch verschiedene Anbieter und Tools.

Nach den zugrunde liegendem Informationsbedürfnis unterscheidet Louis Rosenfeld in seinem Buch Informationarchitecture zwischen:
1. Everything (exhaustive research)
2. The right thing (known-item-seeking)
3. Need it again (re-finding)
4. A few good things (exploratory seeking)

Dabei verläuft die  Suche meistens nicht linear, sondern unstrukturiert, iterativ, integrativ und zirkulär.

Diese Einteilung trifft auf alle Suchen zu, d. h. sowohl auf Web-Suchen als auch Produktsuchen. Dementsprechend sollten dem Nutzer passende Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, die ihn hinreichend bei seiner Recherche unterstützen.

Was hält den Nutzer im „Flow“?
Er entsteht zum einen durch eine Kombination aus Suchen und Browsen mit verschiedenen Tools, zum anderen durch das Sicherstellen durchgängiger Prozesse und interessanter Inhalte auf eine Webside. Das Verhalten der Nutzer ist von unterschiedlichen, auch individuellen Komponenten abhängig, wie vorhandenes Wissen, Art der Suchanfrage und persönlichen Vorlieben.
Um den User im „Flow“ zu halten sollten deshalb möglichst viele, hilfreiche Instrumente und unterschiedliche Zugangswege auf die Informationen angeboten werden. Ziel ist, den User dabei zu helfen das zu finden, was er sucht.

Es gibt viele Tools, die seine Verhaltensweisen dahingehend unterstützen, seine Informationsbedürfnisse zu befriedigen. Die Suche ist nur ein Tool aus der Liste und umso wichtiger in ihrer Bedeutung je größer eine Webside oder ein Portal ist.

 Siehe auch:

 

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