Studie: Google versus Bing

Die Research Company CATALYSTGROUP veröffentlichte eine Studie in der das Interface und die User Experience von Google und bing mittels Usability-Test gegenübergestellt wurden. Die verwendeten Methoden waren Eye-Tracking mit anschließender Befragung der Probanten. Eine Studie, die meine Aussagen aus dem Artikel bing - bingen - gebingt unterfüttert.

Aufbau der Studie:

  • 12 Probanten, die vornehmlich Google als Hauptsuche verwenden. Keiner hat vor dem Test bing benutzt.
  • Freie Suche anhand vorgegebener Begriffe, sowohl bei Google als auch bei bing.
  • Aufzeichnung der Sessions mittels Eye-Tracking.
  • Anschließende Befragung der Probanten mittels Think Aloud und kurze Umfrage zu Bewertung der Suchen.

Catalysts Hauptaussagen:

  1. Die meisten Probanten bevorzugten das Design von bing. Bezüglich Seitenstruktur und Optionen zur Verfeinerung der Suchergebnisse schnitt bing etwas besser im Urteil ab als Google.
  2. Auch wenn die Probanten keine Unterschiede in der Suchergebnissen zwischen Google und bing feststellen konnten und sie diese als gleich empfanden, würden die meisten weiterhin Google verwenden und nicht zu bing wechseln wollen.
  3. Bei der Suche nach der Kamera wurden auf den oberen Anzeigen in der Suchergebnisseite eine 150% längere Betrachtungszeit der Probanten gemessen. (Siehe Heatmaps Studie,  S. 14)

Generell kann ich den 2. Punkt der Key Findings aus meiner Praxis bestätigen. Bei gleichem Aussehen, gleicher Indexqualität und gleichem Verhalten der Suchen ist es sehr schwer Google-User dazu hin zu bekommen auch andere Suchen stärker zu verwenden.

Das Design und die Seitenstruktur sind bei bing wesentlich besser als bei Google. Aber das allein reicht nicht, einen größeren Marktanteil zu bekommen! D. h. dauerhaft und freiwillig die Nutzer von Google zu bing zu locken, also ohne Voreinstellung der Suche in diversen Applikationen und den Nutzer eine Funktion aufzuzwingen. Ein Kollege von mir nennt diese Methode „Zwangsbeglückung“. Hier gibt es einige mehr oder weniger offensichtliche Tricks im Markt.

Der Brand spielt bei Suchen eine sehr große Rolle. Soll heißen, dass eine negative Erfahrung mit einem anderen Produkt des Herstellers sich auch per se negativ auf die Suche auswirkt. Weil z. B. Produkt xyz von Microsoft nicht gut funktioniert hat, traut der User generell anderen Produkten aus dem Hause wenig zu. Übertragung der negativen Nutzungserlebnisse auf Produkte ohne diese einfach mal ausprobiert zu haben. Ein Problem so vieler Marken und Produkte.

Der 3. Punkt, mehr Aufmerksamkeit und längere Betrachtungszeit des Ergebnisses bei bing, kann daher resultieren, dass das Ergebnis an sich anders zusammengesetzt wurde. Es ist mit einem kleinen Icon (cashback-Funktion) versehen und ist beim Scannen der Seite auffällig.

Ausschnitt bing „digital camera“ (30.06.2009):

bing: Detailansicht

Bei diesem Ergebnis sind sowohl die Markennamen der Hersteller und die Preisbereiche zu sehen, als auch klickbar. Es sind Links die helfen die Suche zu präzisieren, da „digital camera“ noch ein sehr weit gefasster Begriff ist. Schade, dass es hierzu keine Clickmap gibt, um die Aussage zu validieren. Ansehen ist das eine, anklicken aber was ganz anderes. Beide Verhaltensweisen erzeugen unterschiedliche Aussagen und Werte in der Suche.

Die Studie an sich ist sehr klein, aber sie spiegelt durchaus auch meine Erfahrungen aus diversen Usability-Tests und statistischen Analysen wieder. Sie zeigt auf, dass User ein schönes GUI der Suche mögen und bevorzugen, jedoch der Brand von Google und das Vertrauen in Google einfach überwältigend groß ist. Google hat sehr treue Nutzer!

Siehe auch:

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